Fotoprojekt / Ausstellung

Was macht Dich aus?

Eine interessante Frage – stellt man sie sich mal bewusst und geht ihr wirklich auf den Grund. Eine große Frage!..Eine philosophische dazu. Gar nicht so leicht, darauf eine Antwort zu finden. Und vielleicht gibt es auch gar nicht die Eine! richtige Antwort darauf. Zu viele Seiten, von denen man rangehen könnte. Und dann die Schwierigkeit des Wie. Wie sollte man sich selbst so intensiv beschreiben, das man tatsächlich an den Punkt kommt, auszudrücken, was einen wirklich ausmacht.

Im Rahmen eines Fotoprojektes möchte ich mich der Antwort von einer ganz bestimmten Seite aus nähern. Es hat mich schon immer interessiert, wie Menschen leben/wohnen. Es ging mir dabei nie einfach um den Einrichtungsstil oder sagen wir vielleicht lieber..nur untergeordnet. Sondern es geht mir um Begrifflichkeiten, wie Heimat / Zu Hause / Ankommen. Wie manifestieren sich Anschauungen, Einstellungen und Gefühle in der Art, wie man lebt und sich einrichtet. Die Wahl des Ortes im Allgemeinen und Speziellen und die Umgebung, die Natur. Stadt oder Land. Bewusst gewählt oder Umständen geschuldet. Die Hauptstraße oder lieber das Seitengässchen, wo es ruhiger ist. Die Wohnung selbst – hohe Decken, Freiheit, Atmen? Oder lieber klein und beschützt. Die Einrichtung. Will man bleiben oder ist nur auf der Durchreise. Ein Übergang. Sagt all das etwas aus über uns? Über unsere Ziele und Lebensvorstellungen, bezogen auf die große Frage : Was macht uns aus? Steht das alles im Detail in einem Kontext zu uns selbst als Mensch? Wie viel Gemeinsamkeiten vereinen uns in Gedanken bezogen auf die Vorstellung von Glück und wie viel Individualismus ist zu erkennen.

Meine Idee ist es, 10 Protagonisten zu finden, die bereit sind, einen wichtigen Ausschnitt ihres ganz persönlichen Lebensraumes zu fotografieren und in ein Verhältnis zu ihrer Persönlichkeit zu stellen. Einzeln. Die Fotos werden getrennt aufgehängt und werfen damit die Frage auf, ob man eine Zuordnung als Betrachter finden kann. Zu jedem Porträt gibt es einen Audiokommentar, bei dem die großen Fragen des Lebens von den Protagonisten selbst beantwortet werden.

Ein Gesicht – eine Stimme dazu..und Lebensgedanken, die oft vom Alltag oder existenziellen Fragen verdrängt werden. Was passiert, wenn man sich diese Fragen mal wirklich bewusst stellt. Nähert man sich wieder ein wenig mehr sich selbst an? Ist man konsequent seinen Weg gegangen, gab es Umwege oder ist man auf Abwege gekommen? Haben sich in der eigenen Entwicklungen andere Prioritäten ergeben? Und wie viel Realität gibt es eigentlich noch in den Träumen? Ich habe mir diese Fragen auch im Zusammenhang mit den vielen Menschen gestellt, die ungewollt ihre Heimat, ihr Zuhause verlassen müssen, weil sie bedroht oder verfolgt werden. Was sind ihre Geschichten, ihre Lebensträume und Vorstellungen und unterscheiden sich diese von den Menschen, die in Frieden leben? Wie viel Demut tragen wir in uns, da wir keine ernsthaften Nöte verspüren und uns viel freier unseren Ideen und Werten widmen können.

Was also ist es, was uns wirklich ausmacht?

Ein Experiment, dessen Ausgang nicht absehbar ist. Spannend, was daraus entstehen kann, vor allem in unseren medialen Zeiten, in dem die Selbstdarstellung einen anderen Stellenwert einnimmt und Narzissmus sich zunehmend ausbreitet.

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