David Gilbert – „Was aus uns wird“, Eichborn Verlag 2013

Ein wirklich witziger und spannender Roman, den ich euch heute vorstellen möchte. Aber mit viel Hintergrund und Tiefgang. In  moderner Sprache, ohne, das es nervt. Und überraschend.

Ein Schriftsteller, der einen Roman geschrieben hat und damit Weltruhm erlangte, einen Roman, der so ähnlich wie “Der Fänger im Roggen“ von Salinger eine ganze Generation beeinflusst und elektrisiert. Aber der Schriftsteller hat seinen Ruhm längst überlebt, ist alt geworden und hat Angst sein Talent zu verlieren. Er ist auch Vater von drei Söhnen und als sein bester Freund stirbt, enthüllt er ihnen sein sorgsam gehütetes Lebensgeheimnis und alles gerät aus den Fugen.

Dieser Roman ist ein literarisches Ereignis, auch weil es um das Schreiben an sich geht und die Vereinsamung der Künstlerfigur. Es wirft die Frage auf, in welchem Verhältnis Leben und Literatur stehen und was Text und Wirklichkeit verbindet. Die Beziehung zwischen dem entrückten Vater, der zurückgezogen und fast misanthropisch lebt und den Söhnen, die ihn vermissen und ihren Vaterkomplex nie überwinden werden. Man kann erahnen wie fragil, komplex und mitunter tragisch die Verbindung von Erzeugern und Gezeugten sein kann. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und hab so einiges gelernt. Und bei all der Spannung ist die Auflösung und das Ende unvorhersehbar. Also los..ein schöner Frühlingsroman.

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