Erinnerung

Es ist schon bemerkenswert, wie man jeden Tag seinen Kopf bettet, manchmal mit großen Gedanken und fast immer mit der kleinen Idee vom Glück im Kopf; Momente nur und Vorstellungen. Aber das ist zu einfach gedacht, oft versteckt sich im Kleinen, das Große zwischen den Zeilen. Gerade im Nicht-gesagten ist der Himmel gut getarnt. Ich muss an Achilles denken, gebadet von seiner Mutter im Fluss der Unverwundbarkeit. Sie hielt ihn nur an seiner Ferse; nur dort erreichte ihn das Wasser nicht, dort war er verletzlich, was dann, damit sich die Moral auch jedem offenbart, auch geschah. Niemand kann nicht verletzt werden. All dies fand im Reich der Schatten statt. Wenn sich unsere Seele öffnet, dann bemerken wir unsere eigenen Schatten und finden die Stelle, an der wir verwundbar sind. Die Kunst ist es, uns nicht verletzlicher zu fühlen, als jeder andere, nur weil wir zugeben können, was uns Wunden zufügt. Achilles wurde getötet mit einem giftigen Pfeil, geleitet von Apoll  – Beschützer der Musen (ausgerechnet). Er  wurde direkt an seiner verwundbaren Stelle getroffen, vertretend für alle Orte, an denen unsere verängstigten Seelen verweilen.

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